Wissenswertes über Mirow

Als westliches Tor ins Neustrelitzer Kleinseengebiet gilt Mirow, das erst 1919 Stadtrecht erhielt. Von 1227 bis zur Reformation befand sich auf einer Halbinsel im Mirower See eine Komturei des Johanniterordens, die ab 1564 die Mecklenburger Herzöge übernahmen, befestigten und als Residenz nutzten. Aus dieser Zeit stammt das gut erhaltene Renaissance-Torhaus von 1588. Nachdem durch Blitzschlag die Komturei abgebrannt war, wurde zwischen 1749-1752 das barocke Schloss über H-förmigem Grundriss erbaut. Architekt war Christoph Julius Löwe, der auch das Schloss in Neustrelitz entwarf. Das zweigeschossige, lang gestreckte barocke Gebäude (1756-58) gegenüber war das Küchen- und Kavalierhaus.
Die einschiffige, schlichte Johanniterkirche, 1945 bis auf die Grundmauern zerstört, wurde 1951 wieder aufgebaut, vom ursprünglichen Bau stammt noch der Turm. In der großherzoglichen Familiengruft liegt der mumifizierte Leichnam des durch Fritz Reuters "Dörchläuchting" bekanntgewordenen Großherzogs Adolf Friedrich IV.
Eine Brücke mit Vasen aus Muschelkalkstein führt zum Grabmal von Großherzog Adolf Friedrich VI. auf der "Liebesinsel" im englischen Landschaftspark. Der letzte regierende Großherzog von Mecklenburg-Strelitz hatte sich im Februar 1918 in Mirow das Leben genommen. Über den Freitod des damals 36-Jährigen wird bis heute spekuliert – die einen behaupten, eine unglückliche Liebe sei der Grund gewesen, andere wollten von einer Spionageaffäre wissen. Das so genannte Untere Schloss in der Mühlenstraße 34/35 entstand anlässlich der Hochzeit von Prinz Carl mit Elisabeth Albertine von Sachsen-Hildburghausen im Jahre 1735, Umbauten erfolgten 1765 und 1848. Das heute als Gymnasium genutzte barocke Bauwerk beherbergte von 1820-1925 das Großherzogliche Landes-Lehrerseminar von Mecklenburg-Strelitz. Ein Ferienhaus in Mirow sorgt für Ruhe und Entspannung. Wer Natur pur will, sollte ein Ferienhaus in Mirow buchen.

Die nähere Umgebung von Mirow

6 km von Mirow entfernt, ließ sich 1810 in Retzow nahe der heutigen B 198 Freiherr von Hammerstein ein großes Schloss im klassischen Stil erbauen. Der breit gelagerte zweigeschossige Putzbau von 17 Achsen besitzt ein Walmdach mit zwölf Fledermausgauben sowie einen imposanten Säulenportikus mit Giebeldreieck. Die Fassade ist durch gerade Fensterüberdachungen und Gesimse zwischen den Geschossen gegliedert.
Naturfreunden sei der Forstgarten "Erbsland", nördlich von Granzow an der Straße nach Qualzow gelegen, empfohlen. Ab 1887 pflanzte Oberforstinspektor Friedrich Scharenberg hier ausländische Baumarten, um deren Eignung für die deutsche Forstwirtschaft zu prüfen. Zu Prachtexemplaren von rund 40 m Höhe sind in dem Arboretum Douglasien aus Nordamerika herangewachsen.
Im Schutz einer Burg entstand Ende des 13. Jahrhunderts Wesenberg, auf dessen planmäßige Anlage der ovale Grundriss mit rasterförmigen Straßennetz und gespartem Marktplatz hinweist. Von der Burg am Ufer des Wöblitzsees, die Fürst Nikolaus von Werke Mitte des 13. Jh. erbauen ließ, blieben Reste des Bergfrieds und der Umfassungsmauer erhalten. Die ältesten Teile der Kirche sind der frühgotische Feldsteinchor und der Unterbau des Westturms (um 1300), aus spätgotischer Zeit stammen die Sterngewölbe im Chor und die südliche Vorhalle mit Staffelgiebel. Die Orgel, die Johann Michael Röder 1717 für die Kirche der Dorotheenstadt in Berlin erbaut hatte, kam 1833 nach Wesenberg und gilt als eine der ältesten von Berlin.

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